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physiokongress 2027 I Thieme
physiokongress 2027 I Thieme

physiokongress Stuttgart – 29. bis 31. Januar 2027

Fortbildung pur – rund um Handrehabilitation, Neurorehabilitation, Sportphysiotherapie und Muskuloskelettale Therapie

Hands on

Erleben Sie Fortbildung praxisnah – direkt auf Ihren Arbeitsalltag zugeschnitten.

Nah dran

Freuen Sie sich auf inspirierende Begegnungen und interprofessionelle Vernetzung.

Aktivierend

Diskutieren Sie mit, reflektieren Sie Ihre Arbeit und sichern Sie sich wertvolle Impulse.

Programm physiokongress 2027

Handreha-Tag

Freitag, 29.01.2027     Raum C1.2.1

Begrüßung Handreha-Tag: 9:15 – 09:30 Uhr

09:30 – 10:05 Uhr
Auf Augenhöhe für das beste Outcome: Die interprofessionelle Zusammenarbeit von Handchirurgie und Handtherapie aus ärztlicher Sicht 
Kai Megerle

Referent Kai MegerleEin exzellentes chirurgisches Ergebnis an der Hand entfaltet sein volles Potenzial erst durch eine ebenso exzellente Nachbehandlung. Dennoch findet die Zusammenarbeit zwischen Handchirurgie und Handtherapie nicht immer auf Augenhöhe statt.

Dieser Vortrag beleuchtet das interprofessionelle Miteinander aus ärztlicher Perspektive und appelliert an Therapeuten, ihre Expertise selbstbewusst zu vertreten. Eine rein passive Ausführung ärztlicher Verordnungen wird dem Potenzial der Profession nicht gerecht; moderne Chirurgen suchen vielmehr den fachlichen Austausch mit kritisch mitdenkenden Partnern.
Voraussetzung für diesen Dialog ist eine fundierte wissenschaftliche Basis. Die gemeinsame Sprache muss die evidenzbasierte Medizin sein, da Therapieansätze ohne klare Evidenz bei Operateuren oftmals auf Skepsis stoßen. Entsprechende Fachexpertise wird durch stetige Fortbildung gefestigt. Zudem besitzen Therapeuten einen entscheidenden Vorteil: Sie verbringen weitaus mehr Zeit mit dem Patienten und erfahren so behandlungsrelevante Details, die Ärzte im Praxisalltag oft verborgen bleiben.

Prof. Dr. med. Kai Megerle ist Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie mit Zusatzbezeichnung Handchirurgie und Chefarzt des Zentrums für Handchirurgie, Mikrochirurgie und Plastische Chirurgie der Schön Klinik München Harlaching. Zudem ist er außerplanmäßiger Professor an der Technischen Universität München (TUM). Zuvor war er dort als Oberarzt und Sektionsleiter Handchirurgie tätig. Internationale Forschungsaufenthalte führten ihn unter anderem an die Stanford University sowie das Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York. Seine fachliche Expertise bringt er zudem als Editor-in-Chief der Fachzeitschrift „Handchirurgie, Mikrochirurgie, Plastische Chirurgie“ (Thieme Verlag), als Gutachter für internationale Fachjournale und als Prüfer bei der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Handtherapie (DAHTH) ein.

10:10 – 10:45 Uhr
Therapieentscheidungen bei komplexen Handverletzungen
Natascha Weihs

Referentinnenbild Natascha WeihsKomplexe Handverletzungen stellen Therapeut*innen regelmäßig vor die Herausforderung, den Schutz versorgter Strukturen mit dem Ziel einer möglichst frühen Wiederherstellung von Beweglichkeit, Kraft und Handfunktion auszubalancieren. Nach Frakturen, Sehnen-, Nerven- oder Weichteilverletzungen

sowie bei kombinierten Verletzungsmustern passen sie ihre Therapieentscheidungen individuell an Heilungsverlauf, postoperative Vorgaben und funktionelle Anforderungen an.

Anhand typischer Fallkonstellationen vermittelt Natascha Weihs einen praxisorientierten Blick auf zentrale Entscheidungsfragen der Handtherapie. Im Mittelpunkt stehen konkrete Befundkriterien, die Auswahl und Dosierung therapeutischer Maßnahmen sowie die verständliche Anleitung der Patient*innen für den Alltag. Dabei zeigt sie die Bedeutung einer engen interprofessionellen Abstimmung zwischen Handchirurgie, Physiotherapie, Ergotherapie und weiteren Berufsgruppen auf. Ziel ist es, Sicherheit in der klinischen Entscheidungsfindung zu fördern und den Transfer von Befund zu alltagsrelevanter Handfunktion zu erleichtern.

Natascha Weihs ist Physiotherapeutin, zertifizierte Handtherapeutin (DAHTH) und Leiterin der Handtherapie am Campus Bad Neustadt. Seit über 25 Jahren begleitet sie die Rehabilitation handchirurgischer Patient*innen. Von 2012 bis 2022 war sie Vorsitzende der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Handtherapie (DAHTH). Als langjährige Dozentin engagiert sie sich in der Weiterbildung von Handtherapeutinnen, hält regelmäßig Vorträge auf nationalen und internationalen Fachkongressen und verfasst Fachpublikationen. Zudem ist sie Autorin des Buches „Starke und gesunde Hände“. Seit 2024 verantwortet sie als Geschäftsführerin die HandsOn Fortbildungs-GmbH.

10:50 – 11:25 Uhr
Wenn Beschwerden bleiben – Chronifizierung nach Handverletzungen neurozentriert verstehen
Anikó Mink-Heinecke

Referentenbild Aniko Mink-HeineckeTrotz leitliniengerechter Versorgung entwickeln manche Patient*innen nach Handverletzungen oder -operationen chronische Beschwerden. Anikó Mink-Heinecke beleuchtet, warum rein biomechanisch ausgerichtete Therapieansätze oft zu kurz greifen. Sie stellt das Nervensystem als zentralen Faktor im Heilungsprozess

in den Mittelpunkt und beleuchtet Einflüsse wie Sensorik, Schutzspannung und neuroinflammatorische Prozesse. Anhand aktueller Erkenntnisse zeigt sie, wie sich neurozentrierte Prinzipien auf die Handtherapie übertragen lassen. Freuen Sie sich auf Assessments zur Identifikation neurofunktioneller Dysbalancen sowie konkrete, alltagstaugliche Interventionsstrategien für die handtherapeutische Behandlung – insbesondere bei chronischen Verläufen nach Sehnen- und Kapselverletzungen, Operationen und CRPS-ähnlichen Entwicklungen. Ziel ist es, Handtherapie nicht ausschließlich als strukturelle Disziplin zu verstehen, sondern als systemischen und neurofunktionellen Prozess, und damit einer Chronifizierung gezielt vorzubeugen.

Anikó Mink-Heinecke  Dipl. Ergotherapeutin (FH) und zertifizierte Handtherapeutin der AFH, seit 2009 mit eigener Praxis in Germering und Schwerpunkt auf Handtherapie, neurofunktionelle Rehabilitation bei komplexen chronischen Schmerz- und Funktionsstörungen der oberen Extremität.

11:25 – 13:20 Uhr     Pause / Besuch der therapro

13:20 – 13:55 Uhr
Endoprothetik des Daumensattelgelenkes

Careen Knie

Referentin Careen KnieDie Arthrose des Daumensattelgelenkes (Rhizarthrose) stellt eine der häufigsten degenerativen Erkrankungen der Hand dar. Anfänglich stehen die konservativen Therapieverfahren im Vordergrund, erst nach Ausschöpfen dieser, besteht die Indikation für eine operative Therapie.

Die Trapezektomie mit oder ohne Suspension/Interposition galt hier als Goldstandard. Durch permanente Weiterentwicklung der Daumensattelgelenksendoprothesen hat seit der Einführung der 3. Generation mit dem Prinzip der „duo mobility“ ein Paradigmenwechsel im Therapiealgorhythmus stattgefunden. Durch gute klinische Ergebnisse mit einer hohen Patientenzufriedenheit hat die Endoprothetik am Daumensattelgelenk in den letzten Jahren zunehmend an Popularität gewonnen.
Dieser Vortrag gibt einen Überblick über den aktuellen Stand der Daumensattelgelenksendoprothetik in Deutschland. Im Mittelpunkt stehen die Indikationsstellung, die Implantatauswahl, eine kritische Einordnung klinischer Ergebnisse und Komplikationsraten sowie die Nachbehandlung – als fundierte Grundlage für die interdisziplinäre Zusammenarbeit und die therapeutische Begleitung dieser Patient*innen.

Dr. med. Careen Knie ist Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie mit den Zusatzbezeichnungen Handchirurgie und Notfallmedizin sowie Fellow of the European Board of Hand Surgery. Ihr Schwerpunkt ist die Endoprothetik an der Hand und am Handgelenk, insbesondere am Daumensattelgelenk. Sie ist Oberärztin am Zentrum für Handchirurgie, Mikrochirurgie und Plastische Chirurgie der Schön Klinik München Harlaching. Zuvor war sie an der Klinik für Handchirurgie in Bad Neustadt a. d. Saale sowie am Kantonsspital Luzern tätig. Regelmäßig referiert sie auf Kongressen der Handchirurgie und Handtherapie und gibt dort praxisorientierte Workshops.

14:00 – 14:35 Uhr
Die fokale Dystonie der Hand am Beispiel des Schreibkrampfes

Beate Jung

Referentin Beate JungDie fokale Handdystonie tritt häufig als Schreibkrampf oder Musikerdystonie auf. Die seltene neurologische Erkrankung ist durch unwillkürliche Muskelkontraktionen und abnorme Bewegungsmuster bei spezifischen Tätigkeiten gekennzeichnet.

Für die Betroffenen gehen die Beschwerden oft mit erheblichen Einschränkungen im Alltag und Berufsleben einher.
Die Ursachen der Erkrankung sind komplex und bis heute nicht vollständig geklärt. Im Zentrum der Pathophysiologie steht eine gestörte neuroplastische Reorganisation der motorischen Hirnareale, die zu veränderten Bewegungsabläufen führt. Repetitive, hochfrequente feinmotorische Tätigkeiten gelten bei entsprechender Veranlagung als mögliche Auslöser.
Die Komplexität des Schreibkrampfes erfordert in der therapeutischen Praxis einen interdisziplinären Ansatz, wobei die spezialisierte Handtherapie zunehmend an Bedeutung gewinnt. In ihrem Vortrag vermittelt Beate Jung ein fundiertes Verständnis der zugrunde liegenden Mechanismen und zeigt die Rolle der Handtherapie in der Behandlung auf. Im Mittelpunkt stehen evidenzbasierte Ansätze wie sensomotorisches Retraining, tonussenkende und physikalische Maßnahmen, strukturiertes Schreibtraining sowie ergonomische Anpassungen des Arbeitsplatzes.

Beate Jung ist Ergotherapeutin und zertifizierte Handtherapeutin (DAHTH). Nach einem Handtherapy-Fellowship in den USA gründete sie 2012 die handtherapeutische Schwerpunktpraxis „ergojung“ in München. Als Gründungsmitglied und ehemalige Vorsitzende der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Handtherapie (DAHTH) engagierte sie sich maßgeblich für die Weiterentwicklung der Handtherapie in Deutschland. Zuletzt war sie als europäische und internationale Delegierte aktiv. Sie ist als Dozentin tätig, hält Fachvorträge und publiziert zu handtherapeutischen Themen. Aktuell wirkt sie im Experten-Team zur Erstellung der S3-Leitlinie zur Therapie der Rhizarthrose mit.

14:35 – 14:50 Uhr     Pause / Besuch der therapro

14:50 – 15:25 Uhr
Ultraschall und Vibrationstherapie in der Handtherapie: Evidenz, Erfahrung, die richtige Entscheidung!?

Andrea Auerswald

Porträt Andrea AuerswaldNeben den klassischen manuellen Techniken, aktiven Übungsbehandlungen und der Schienenversorgung kommen in der Handtherapie schon seit langem auch apparative Maßnahmen als ergänzende Behandlungsstrategien zum Einsatz.

Andrea Auerswald nimmt beispielhaft für die Vielzahl an apparativen Maßnahmen Ultraschall und Vibrationstherapie (z.B. mit Novafon) genauer unter die Lupe: Wie funktionieren diese Maßnahmen, was können sie? Was sagt die Studienlage und was die therapeutische Erfahrung? Und wie entscheidet man individuell im Sinne des Patienten? Freuen Sie sich auf Clinical-Reasoning-Prozesse, die zur individuellen Therapieentscheidung bei typischen handtherapeutischen Pathologien wie Karpaltunnelsyndrom oder Epicondylopathien führen.

Andrea Auerswald, Physiotherapeutin, Heilpraktikerin auf dem Gebiet der Physiotherapie, Dozentin und zertifizierte Handtherapeutin der AFH, schloss 1994 ihre Ausbildung zur Physiotherapeutin ab. Bereits früh entwickelte sie ein besonderes Interesse an der Handrehabilitation, das sie seither mit großem Engagement verfolgt. Über zwei Jahrzehnte arbeitete sie in einer Praxis mit Schwerpunkt Handtherapie und sammelte dort umfassende praktische Erfahrung. Seit 2014 ist sie als Dozentin an der Akademie für Handrehabilitation tätig, wo sie ihr Wissen in zahlreichen Fortbildungen weitergibt. Seit 2025 verantwortet sie die therapeutische und konzeptionelle Leitung der Akademie für Handrehabilitation. Darüber hinaus ist sie als Autorin zahlreicher Fachartikel bekannt, in denen sie komplexe Themen der Handtherapie praxisnah aufbereitet.

15:30 – 16:05 Uhr
Therapeutische Strategien nach Verletzungen des Plexus brachialis

Nora Oeltze

Referentin Nora OeltzeVerletzungen des Plexus Brachialis erfordern die wohl anspruchsvollsten therapeutischen Nachbehandlungen. Die Auswirkungen der Verletzung sind umfassend und der plötzliche Funktionsverlust des Armes ist für die Betroffenen schwerwiegend. Häufig bestehen mehrere Begleitverletzungen bis hin zum lebensbedrohlichen Polytrauma.

 

Der therapeutische Prozess zeichnet sich durch einen langen Behandlungsverlauf aus und kann über mehrere Jahre andauern. Die häufig schwerwiegenden Funktionsverluste der Patient*innen in allen Bereichen des täglichen Lebens stellen die therapeutische Arbeit vor große Herausforderungen.
Nora Oeltze bietet in ihrem Vortrag einen Überblick über neuroanatomische und pathophysiologische Zusammenhänge sowie Einblicke in konservative und operative Verfahren. Betrachtet am biopsychosozialen Modell zeigt sie die wichtigsten Aspekte von Diagnostik und Therapie für eine betätigungs- und klientenzentrierte Behandlung auf. Freuen Sie sich auf praxisnahe Strategien!

Nora Oeltze ist Ergotherapeutin BSc und seit 2013 im Unfallkrankenhaus Berlin in der Integrativen Rehabilitation tätig. Dort liegt ihr Schwerpunkt auf der Behandlung von Verletzungen der Hand und Schulter. Zuvor arbeitete sie mehrere Jahre in der geriatrischen Frührehabilitation. Sie ist zertifizierte Bobath-Therapeutin und befindet sich aktuell in der Weiterbildung zur Handtherapeutin (DAHTH).

16:05 – 16:15 Uhr      Abschluss

Programm physiokongress 2027

MSK-Tag

Freitag, 29.01.2027     Raum C1.1.1

09:15 – 09:30 Uhr     Begrüßung

9:30 – 10:05 Uhr
Neurobiologie der Erwartung: Placebo und Nocebo in der Physiotherapie

Sven Benson

Referent Sven BensonPlacebo- und Noceboeffekte sind Teil jeder therapeutischen Interaktion und haben maßgeblichen Einfluss auf die Therapie-Effekte. Doch wie entstehen diese Effekte im Gehirn, welche Mechanismen liegen ihnen zugrunde und welche Bedeutung haben sie für die therapeutische Praxis?

Sven Benson vermittelt die neurobiologischen Grundlagen auf Basis aktueller Evidenz und zeigt anhand praxisnaher Beispiele, wie Placebo und Nocebo im physiotherapeutischen Alltag wirksam werden können.

Prof. Dr. Sven Benson ist Professor für Didaktik in der Medizin am Universitätsklinikum Essen. Dort leitet er das Institut für Didaktik in der Medizin und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Schmerzforschung. Insbesondere untersucht er, wie psychologische Faktoren wie Stress, Emotionen und Erwartungseffekte die Schmerzwahrnehmung beeinflussen.

10:10 – 10:45 Uhr
Gemeinsam ausrichten: Patientenzentrierte Zielsetzung in der Physiotherapie

Phillip Thies

Referent Philip ThiesTherapieziele sind weit mehr als ein formaler Bestandteil physiotherapeutischer Behandlungsplanung: Sie strukturieren den Therapieprozess, beeinflussen die therapeutische Beziehung und prägen maßgeblich, wie Patient:innen ihre Rehabilitation erleben und mitgestalten.

Entscheidend ist dabei nicht nur, welche Ziele formuliert werden, sondern auch, welche Erwartungen Patient:innen mitbringen und welche persönliche Bedeutung ein Ziel für ihren Alltag, ihre Teilhabe oder ihre sportliche Aktivität hat. Phillip Thies beleuchtet, wie Erwartungen, Zielrelevanz und Zielsetzung miteinander verknüpft sind und zeigt, warum eine patientenzentrierte Zielarbeit ein zentraler Baustein moderner Physiotherapie ist.

Phillip Thies, M.Sc., OMPT, arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Physiotherapie an der Hochschule Bremen. Klinische Erfahrung sammelte er in Deutschland und der Schweiz mit Schwerpunkt auf muskuloskelettaler Physiotherapie und Schmerzmanagement. Er ist Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Thieme-Zeitschrift „MSK – Muskuloskelettale Physiotherapie“ und Mitautor des Buches „Evidenzbasiertes Arbeiten in der Physiotherapie“.

10:50 – 11:25 Uhr
Präzise am Problem vorbei? Warum gute Messungen nicht automatisch gute Entscheidungen bedeuten
Andrea Martina Aegerter

Referentin Andrea AegeterIn der Physiotherapie liebt man objektive Messwerte. Doch nicht alles, was sich präzise messen lässt, hilft bei der nächsten klinischen Entscheidung. Wann schaffen Assessments echten Mehrwert – und wann messen Therapeut*innen damit „präzise am Problem vorbei“?

Andrea Aegerter wirft einen kritischen Blick auf Messqualität und klinische Relevanz und zeigt, worauf es bei guten Assessments wirklich ankommt: die richtigen Fragen zu stellen, statt lediglich mehr Daten zu sammeln.

Dr. sc. med. Andrea Martina Aegerter ist Postdoktorandin an der Universität Luzern und Physiotherapeutin mit Schwerpunkt auf der Prävention und Behandlung muskuloskelettaler Beschwerden und Schmerzen, insbesondere im Bereich der Hals- und Lendenwirbelsäule. Sie leitet ein Projekt zur Bewegungstherapie bei unspezifischen Kreuzschmerzen und ist darüber hinaus in Lehre sowie in wissenschaftlichen Aktivitäten an Universitäten und auf Konferenzen tätig.

11:25 – 14:00 Uhr     Pause / Besuch der therapro

14:00 – 14:35 Uhr
Pain Neuroscience Education
Margot DeKooning

Patient*innen über ihre Schmerzen aufzuklären, gehört mittlerweile zum physiotherapeutischen Alltag. Doch nicht jede Erklärung passt zu jedem Schmerz. Welche Informationen benötigen unterschiedliche Patient*innen, um ihre Beschwerden besser zu verstehen und aktiv mit ihnen umgehen zu können?

Und worauf kommt es bei einer gezielten Schmerzedukation an? Ausgehend von der IASP-Einteilung der Schmerzmechanismen – nozizeptiv, neuropathisch und noziplastisch – zeigt Margot De Kooning, welche Informationen bei den jeweiligen Schmerzmechanismen relevant sind und wie Physiotherapeut*innen ihre Patient*innen nicht nur verständlich, sondern auch gezielt dazu aufklären können.

Prof. Dr. Margot De Kooning ist Professorin für Physiotherapie an der Technischen Hochschule Ulm Zudem ist sie Gastprofessorin an der Vrije Universiteit Brussel und Mitglied der internationalen, interdisziplinären Forschungsgruppe „Pain in Motion“.

In ihrer Forschung untersucht sie die biopsychosoziale Schmerzrehabilitation, Schmerzedukation sowie den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die klinische Praxis. Sie ist (Ko-)Autorin von mehr als 40 Peer-review Artikeln in internationalen Fachzeitschriften und erhielt 2017 den JOSPT Excellence in Research Award.

Klinisch hat sie viele Jahre Menschen mit chronischen Schmerzen behandelt, in physiotherapeutischen Praxen ebenso wie in spezialisierten Rehabilitationszentren. Zudem hat sie in Fortbildungen europaweit über 600 Gesundheitsfachkräfte geschult.

14:50 – 15:25 Uhr
CRPS verstehen, Behandlung steuern: Mechanismenbasierte Physiotherapie bei Schmerz und Sensibilisierung
Evelyn Bärtschi

Referentin BaertschiDas Komplexe Regionale Schmerzsyndrom (CRPS) präsentiert sich klinisch äußerst vielfältig und stellt Therapeut*innen häufig vor diagnostische und therapeutische Herausforderungen. Eine Einteilung in Subgruppen anhand

zugrunde liegender Pathophysiologien und Schmerzmechanismen kann helfen, Behandlungsstrategien gezielter auszurichten. Evelyn Bärtschi bespricht in ihrem Vortrag, welche Assessments für die klinische Einordnung geeignet sind und welche physiotherapeutischen Maßnahmen sich für die jeweiligen Subgruppen ableiten lassen.

Evelyn Bärtschi ist Physiotherapeutin MAS (Muskuloskelettale Physiotherapie) und arbeitet in der Universitätsklinik Balgrist in Zürich in der Funktion als Teamleiterin Wirbelsäule, Rheumatologie & Tumoren.

15:30 – 16:05 Uhr
Same same – but different: Femoroacetabuläres Impingement vs. Hüftgelenk-Instabilität

Maria Brugner-Seewald

Referentin Maria Brugner-SeewaldLeistenschmerz und belastungsabhängige Beschwerden können auf ein femoroacetabuläres Impingement hinweisen – oder auf eine häufig übersehene Instabilität des Hüftgelenks. Beide  Krankheitsbilder ähneln sich in ihrer Symptomatik,

erfordern aber unterschiedliche therapeutische Strategien. Maria Brugner-Seewald zeigt, worauf es bei der Differenzialdiagnostik ankommt und demonstriert, welche Therapieoptionen den betroffenen Patient*innen helfen können.

Maria Brugner-Seewald ist Physiotherapeutin und Maitland Senior Teacher. Sie arbeitet in eigener Praxis mit dem Schwerpunkt auf dem Management von Patient*innen mit neuromuskuloskelettalen Beschwerden; als Referentin ist sie in ganz Europa tätig. Ihre Spezialgebiete sind Schulter, Halswirbelsäule und insbesondere Dysfunktionen des Hüftgelenks.

16:05 – 16:15 Uhr      Abschluss

Programm physiokongress 2027

Neuroreha-Tag

Samstag, 30.01.2027     Raum C1.2.1

09:00 – 09:15 Uhr     Begrüßung

9:15 – 9:50 Uhr
Aktuelle Chancen und Herausforderungen für die Neuroreha

Marcus Pohl

Referentenbild Marcus PohlDie Neurorehabilitation befindet sich in einem dynamischen Wandel: digitale Technologien, Robotik, Virtual Reality und neue Erkenntnisse zur Neuroplastizität eröffnen innovative Möglichkeiten für Diagnostik und Therapie. Gleichzeitig erschweren Fachkräftemangel, ökonomische Druck

und eine zunehmend komplexe Patientenversorgung das Umsetzen moderner, evidenzbasierter Therapieverfahren. Professor Marcus Pohl beleuchtet aktuelle Entwicklungen, ordnet deren Potenzial kritisch ein und diskutiert praxisrelevante Strategien für eine zukunftsfähige, patientenzentrierte neurorehabilitative Versorgung.

Prof. Dr. med. habil. Marcus Pohl ist Ärztlicher Direktor und Chefarzt an der VITREA Klinik Schloss Pulsnitz, einer Fachklinik für Neurologisch-Neurochirurgische Rehabilitation. Seit Ende 2025 ist er Präsident der neu gegründeten Deutschen Gesellschaft für interdisziplinäre Neurorehabilitation (DGiNR) – einem Zusammenschluss der Deutschen Gesellschaft für Neurorehabilitation (DGNR) und der Deutschen Gesellschaft für Neurotraumatologie und klinische Neurorehabilitation (DGNKN). Er sieht die therapeutischen Berufsgruppen als zentralen Treiber der Neurorehabilitation und möchte sie stärker als bisher in die strategische Entwicklung einbinden.

09:55 – 10:30 Uhr
Mehr als Nahrungsaufnahme: Ernährung in der Neurorehabilitation 

Henriette Saevil

Referentin Henriette SaevilTrotz ihrer Bedeutung für den Rehabilitationserfolg wird Ernährung in der Neuroreha häufig unterschätzt. In der Schweizer Neurorehabilitationsklinik der Referentin wird diesem Aspekt besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Die Ernährungsberatung ist hier fest in das interdisziplinäre Behandlungskonzept integriert.

Das Logopädie- und das Ernährungsteam koordinieren ihre Interventionen, um die Ernährung der Patient*innen individuell anzupassen und beispielsweise bei Schluckstörungen eine optimale Versorgung sicherzustellen. Gleichzeitig stimmen Physiotherapie und Ernährungsberatung Aktivitäts- und Ernährungsziele aufeinander ab. Dieser multiprofessionelle Ansatz macht Ernährung zu einem wichtigen Baustein einer effektiven und ganzheitlichen Neurorehabilitation.

Henriette Saevil ist Leiterin Ernährungswissenschaft und Co-Leiterin Kulinarik bei der cereneo Schweiz AG und der cereneo Prevention AG. Nach ihrem Studium der Ernährungswissenschaften in London (BSc) und Kopenhagen (MSc) spezialisierte sie sich auf Neuroernährung mit den Schwerpunkten Schlaganfall, Parkinson, Multiple Sklerose und traumatische Hirnverletzungen. Zudem ist sie zertifizierte Sporternährungsberaterin des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und promoviert derzeit an der Universität Triest im Bereich „Personalised Medicine and Innovative Therapies“.

10:35 – 11:10 Uhr
AssessMobility@SRH: Für mehr Mobilität und Lebensqualität 

Maria Stadel und Marilena Marino

Referentin Maria StadelReferentin Marilena MarinoWie können Therapieerfolge im Bereich Balance und Mobilität sichtbar gemacht werden? Eine Möglichkeit bietet der De Morton Mobility Index (DEMMI), mit dem sich Veränderungen im Rehabilitationsverlauf standardisiert erfassen lassen.

Am Beispiel des Projekts AssessMobility@SRH zeigen die Referentinnen wie der DEMMI als Prä-Post-Test in elf neurologischen Einrichtungen eingeführt wurde. Neben ihren praktischen Erfahrungen beleuchten sie Herausforderungen und Stolpersteine des Implementierungsprozesses und diskutieren Strategien, mit denen sich standardisierte Assessments auch außerhalb von Forschungsprojekten langfristig in der Routineversorgung etablieren lassen.

Maria Stadel (BSc PT, MSc Rehabilitation Sciences and Physiotherapy, Major Neurological Disorders) ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Referentin des SRH Therapie-Netzwerks an der SRH University, Campus Heidelberg. Im Rahmen des Projekts AssessMobility@SRH promoviert sie in Kooperation mit der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg. Ihr Fokus liegt auf der Weiterentwicklung der Versorgung von Personen mit neurologischen Erkrankungen.

Marilena Marino (BSc PT, MSc Therapiewissenschaften) arbeitet als Physiotherapeutin und fachliche Leiterin der Physiotherapie-Ambulanz an der SRH University, Campus Heidelberg, wo sie auch in der Hochschullehre mit dem Schwerpunkt Neurologie aktiv ist. Seit Beginn des Projekts AssessMobility@SRH nimmt sie als Mitglied der Projektgruppe sowie als fachliche Leiterin einer der teilnehmenden Einrichtungen eine zentrale Rolle ein.

11:15 – 12:00 Uhr
Handlungsorientierte Diagnostik und Therapie HoDT 

Julia Zeindel und Juliane Ebert

Referentin Julia ZeindelReferentin Juliane EbertVerschiedene Gegebenheiten auf Mikro-, Meso- und Makroebene stellen täglich das gesamte Behandlungsteam in der Neurorehabilitation vor Herausforderungen. Im Rahmen des Vortrages geben die Referent*innen Einblicke in das interdisziplinäre Konzept der Handlungsorientierten Diagnostik

und Therapie (HoDT). Die HoDT bietet einen fundierten Rahmen mit konkreten Handlungsempfehlungen, um Partizipation zu ermöglichen. Hierbei ist es insbesondere bei Menschen mit neuropsychologischen Störungen zentral, die Handlungslogik und das Wahrnehmen der subjektiven Erlebenswelt als Behandler*in zu begreifen und in die Therapie zu integrieren. Die HoDT zeigt Möglichkeiten für alle Beteiligten auf, eine zielgerichtete und nachhaltige Therapie zu ermöglichen.

Juliane Ebert ist Ergotherapeutin seit 2013, hat einen Master in Neurorehabilitiationsforschung und arbeitet als Teamleiterin und stellvertretende Bereichsleitung bei den Kliniken Valens in der Schweiz. Sie unterrichtet im Bachelorstudiengang Ergotherapie der Ostschweizer Fachhochschule OST und ist seit 2021 HoDT-Instruktorin.

Julia Zeindl ist seit 2008 Ergotherapeutin mit anschließendem Bachelorstudium der Ergotherapie in Heerlen (NL). Seit 2011 leitet sie die Ergotherapie in der m&i Fachklinik in Bad Heilbrunn. Kennengelernt hat sie Juliane Ebert im Rahmen des Masterstudiums.

12:00 – 14:15 Uhr     Pause / Besuch der therapro

14:15 – 14:50 Uhr
Gehen nach Schlaganfall – neue Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie

Susanne Saal und Anja Röck

Referentin Susanne SaalReferentin Anja RöckGehen macht uns unabhängig – doch was passiert, wenn von einem Tag auf den anderen diese Unabhängigkeit nicht mehr selbstverständlich ist? Das erlebt circa jeder zweite Mensch nach einem Schlaganfall.

Im Vortrag berichtet Susanne Saal über neue Empfehlungen zur Wiederherstellung der Mobilität nach einem Schlaganfall. Anja Röck stellt anhand konkreter Beispiele vor, wie es gelingt, diese Empfehlungen dauerhaft in den physiotherapeutischen Alltag zu bringen.

Prof. Dr. habil. Susanne Saal ist Professorin für Physiotherapie an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena und war an der Erstellung der S3-Leitlinie „Verbesserung der Mobilität nach Schlaganfall“ beteiligt. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Versorgungsforschung in der Physiotherapie und Leitlinienentwicklung.

Anja Röck (BSc Physiotherapie) ist Masterstudentin der Neurorehabilitation und Mitentwicklerin des neuen, leitlinienorientierten Ganglabors der SRH Gesundheitszentren Nordschwarzwald. Im Team „Innovation und Forschung in der Therapie“ beschäftigt sie sich insbesondere mit dem Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis, um die Lücke zwischen Leitlinien und Versorgungsalltag zu schließen.

14:55 – 15:30 Uhr
Vom Unfall in den Alltag: Mein Leben mit Querschnittlähmung
Stefanie Bürk und Silve Strasters

Referentin Stefanie BürkWie fühlt es sich an, wenn sich das eigene Leben innerhalb von Sekunden grundlegend verändert? Wenn aus Selbstständigkeit Pflegebedürftigkeit wird, der eigene Körper nicht mehr funktioniert und plötzlich andere Menschen darüber entscheiden, was in deinem Alltag möglich ist?

Seit ihrer Querschnittlähmung auf Höhe Th5 erlebt Steffi Rehabilitation aus der Perspektive einer Patientin. Mit allen Hoffnungen, Rückschlägen, Frustrationen sowie kleinen und großen Erfolgen. In ihrem Vortrag nimmt sie die Teilnehmenden mit in ihren Alltag und hinter die Kulissen ihrer Neurorehabilitation: Was kommt bei ihr wirklich an? Welche Therapie macht für sie einen Unterschied? Und was erscheint zwar therapeutisch sinnvoll, hilft im Alltag jedoch wenig?

Gemeinsam mit Silve Strasters, dem Physiotherapeuten, der sie während ihrer Intensivrehabilitation im vergangenen Jahr begleitete, spricht sie über Abhängigkeit und Selbstständigkeit, Motivation, Kommunikation und die Frage, wie entscheidend es ist, hinter Diagnose und Therapieziel den Menschen zu sehen. Dabei geht es den Referierenden nicht darum, dem Plenum den Spiegel vorzuhalten, sondern ihn gemeinsam zu nutzen: für eine Rehabilitation, die nicht nur Funktionen trainiert, sondern Teilhabe ermöglicht. Eine Einladung, Therapie aus einer anderen Perspektive zu erleben.

Stefanie Bürk riss eine Querschnittlähmung auf Höhe Th5 im Januar 2025 aus ihrem bisherigen Leben und stellte sie vor die Herausforderung, ihren Alltag völlig neu zu denken. Statt sich mit den bestehenden Einschränkungen abzufinden, kämpft sie sich seitdem mit viel Training, Geduld und einer gehörigen Portion Hartnäckigkeit durch Rehabilitation und Alltag. Immer mit dem Anspruch, mehr zu erreichen, als ihr zunächst zugetraut wurde. Ihre Erfahrungen möchte sie nutzen, um die Perspektive von Patientinnen und Patienten stärker in den Mittelpunkt der Neurorehabilitation zu rücken.

Silve Strasters ist Physiotherapeut im Zentrum der Rehabilitation in Pforzheim. Dort begleitete er Steffi im Frühsommer 2026 bei ihrer mehrwöchigen Intensivtherapie. Er ist überzeugt, dass durch eine intensive therapeutische Begleitung schneller messbare Erfolge erzielt werden können, als durch herkömmliche Therapieformen.

15:35 – 16:10 Uhr
„Haben Sie Ihre Übungen gemacht?“ – Heimübungsprogramme alltagsnah und wirksam gestalten

Sara Mohr

Referentin Sara MohrIn der Therapie funktioniert es, aber im Alltag jedoch oft nicht: Dieses bekannte Problem zeigt sich besonders bei Heimübungsprogrammen: Therapeut*innen erklären die Übungen und Klient*innen verstehen sie, setzen sie im Alltag jedoch häufig nicht konsequent um.

Dabei sind sie ein wesentlicher Faktor, um Therapieziele über die begrenzte Therapiezeit hinaus zu erreichen. Der Vortrag setzt genau an dieser Schnittstelle an und beleuchtet, wie Therapeut*innen Heimübungsprogramme so gestalten können, dass sie tatsächlich in den Alltag integriert werden. Statt zusätzlicher „Übungsaufgaben“ stehen alltagsnahe und individuelle Lösungen im Mittelpunkt, etwa die gezielte Nutzung von Umweltressourcen, die Einbettung in Alltagsroutinen und den Einsatz verhaltensbezogener Strategien.

Der Vortrag lädt dazu ein, Heimübungsprogramme neu zu denken: nicht als ergänzende Maßnahme zur Therapie, sondern als integralen Bestandteil nachhaltiger Veränderungen im Alltag der Klient*innen

Sara Mohr ist Ergotherapeutin (MSc) und seit 16 Jahren in der ambulanten Neurologie tätig. Ihr Herz schlägt für moderne Therapiekonzepte, die im Alltag der Klient*innen ankommen. Auf ergo-unterwegs.de begleitet sie Therapieteams bei Veränderungsprozessen, bietet Fortbildungen zu moderner Ergotherapie an und spricht im Podcast „Evidenz auf die Ohren“ über evidenzbasierte Praxis in der Ergotherapie.

Besuch der therapro: 16:10 – 18:00 Uhr

Programm physiokongress 2027

Sportphysio-Tag

Samstag, 30.01.2027     Raum C1.1.1

09:00 – 09:15 Uhr     Begrüßung

9:15 – 9:50 Uhr
Sprich mit dem limbischen System: Emotionen therapeutisch nutzen

Thorsten Weidig

Referent Thorsten WeidigAuch im Sportbereich prägen Angst, Unsicherheit, Frustration oder Wut von Patient:innen den Therapiealltag oft stärker als rationale Argumente. Sie beeinflussen maßgeblich das Therapieergebnis. Doch Emotionen lassen sich nicht einfach wegdiskutieren.

Thorsten Weidig zeigt, welche Rolle das limbische System für Verhalten, Schmerz und Therapieerfolg spielt und wie Therapeut:innen mit gezielter Kommunikation über sogenannte „Impact-Techniken“ den Therapieverlauf vielversprechend gestalten können.

Prof. Dr. Thorsten Weidig ist als selbständiger Psychologe tätig und arbeitet unter anderem im Spitzensport mit Sportler*innen und Trainer*innen. Sein Weg hat ihn in die Fußball-Bundesliga und zu Olympischen Spielen geführt. In den letzten Jahren ist ein Schwerpunkt seiner Arbeit die Vermittlung von Coachingkompetenz im Sport- und Gesundheitsbereich. Dazu gibt er aktuell das Buch „Coachingkompetenz für Health Professionals“ heraus. Zusammen mit der spt-education bietet er die Fortbildung „Sportpsychologie & Coaching“ an und mit der Fachhochschule Südschweiz (SUPSI) die CAS-Fortbildung „Coaching Competence Sport & Health“.

9:55 – 10:30 Uhr
Kreuzbandruptur bei Kindern und Jugendlichen: Warum eine Operation häufig sinnvoll ist
Gregor Berrsche

Referent BerrscheKreuzbandverletzungen im jungen Alter stellen besondere Anforderungen an Diagnostik und Behandlung. Was macht das kindliche Kreuzband so speziell – und warum kann eine Operation trotz der zunehmenden Tendenz zur konservativen Behandlung häufig sinnvoll sein?

Gregor Berrsche zeigt, welche Faktoren beim wachsenden Knie berücksichtigt werden müssen und wie sie die Entscheidung für das weitere Vorgehen beeinflussen.

Dr. med. Gregor Berrsche ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie mit Schwerpunkt Sportorthopädie und am Deutschen Gelenkzentrum der ATOS Klinik Heidelberg tätig. Von 2018 bis 2021 betreute er als leitender Orthopäde am Olympiastützpunkt Heidelberg Spitzensportler und Nationalmannschaften und war stellvertretender Leiter des Bereichs Sportorthopädie am Universitätsklinikum Heidelberg. Seit 2020 ist er ärztlicher Betreuer der Deutschen Volleyballnationalmannschaft der Damen, seit  2021 Vorstandsmitglied der Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS). Zudem ist er Verbandsarzt des Südwestdeutschen Fußballverbandes.

10:35 – 11:10 Uhr
Dem Krebs trotzen: Bewegungstherapie in der Onkologie
Anastasios Manettas

Anastasios ManettasBewegungstherapie in der Onkologie ist weit mehr als Training nach Schema. Sie erfordert präzise, therapiezyklusadaptierte Interventionen, die Bewegung als aktives Instrument der Selbstfürsorge einsetzen und die Selbstwirksamkeit der Patient*innen nachhaltig stärken.

Anastasios Manettas zeigt anhand von Beispielen aus der Praxis, welches Potenzial evidenzbasierte, individuell angepasste Bewegungstherapie in der Onkologie entfaltet und wie gezieltes Training Betroffenen zu mehr Lebensqualität und neuer Handlungsfähigkeit verhilft.

Anastasios Manettas, PhD, ist Physiotherapeut und leitet am Universitätsspital Zürich die Gruppe der klinischen Expert*innen in der Physiotherapie und Ergotherapie. Seit 2016 ist er dort als klinischer Spezialist für onkologische Physiotherapie tätig, seit 2023 zudem wissenschaftlicher Koordinator des nationalen Projekts „Cancer Move Continuum Schweiz“. Er promovierte an der Universität Thessalien zur Rehabilitation von Patient*innen mit hämatologischen Krebserkrankungen nach allogener Stammzelltransplantation und publiziert zur onkologischen Bewegungstherapie. Von 2024 bis 2026 war er Schweizer Delegierter in der Cancer Working Group der Europa-Region von World Physiotherapy.

11:15 – 12:00 Uhr
Mehr als „Luft holen“: Atmung als Tool für Leistung und Regeneration
Sylvain Laborde

Referent Sylvain LabordeAtmung ist weit mehr als ein automatischer Prozess – sie beeinflusst Leistungsfähigkeit, Regeneration, Stressverarbeitung und mentale Kontrolle. Besonders im Sport kann der bewusste Einsatz verschiedener Atemtechniken helfen, Belastung besser zu steuern, Erholung zu unterstützen und das vegetative Nervensystem gezielt zu regulieren.

Ein wichtiger Marker: die Herzratenvariabilität.
In seinem Vortrag erklärt Sylvain Laborde den Zusammenhang von Atmung, vegetativem Nervensystem und HRV und zeigt, welche Atemtechniken in welchen Situationen sinnvoll eingesetzt werden können.

Prof. Dr. Sylvain Laborde ist außerordentlicher Professor am Institut für Psychologie der Deutschen Sporthochschule Köln, wo er das HRV LABorde – Performance Psychophysiology gegründet hat. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Herzratenvariabilität als Indikator für Selbstregulation, Stressbewältigung und kognitive Leistungsfähigkeit, in Atemtechniken im Sport sowie in der Rolle emotionaler Intelligenz für sportliche Leistung. Er hat zwei Doktortitel sowie die Habilitation erworben und über 150 internationale Fachartikel veröffentlicht.

12:00 – 14:15 Uhr     Pause / Besuch der therapro

14:15 – 14:50 Uhr
Aus dem Spitzensport lernen: Was die VBG über Verletzungsprävention weiß

Micha Pietzonka

Referent Micha PietzonkaDie VBG ist die gesetzliche Unfallversicherung für den Profi- und Amateursport in Deutschland und engagiert sich seit vielen Jahren dafür, die Verletzungshäufigkeit und -schwere im Sport zu senken. Micha Pietzonka zeigt, wie sich die Verletzungsrate in verschiedenen Sportarten

in den vergangenen Jahren verändert hat, welche Unterschiede es zwischen den Sportarten gibt und welche Besonderheiten das Verletzungsgeschehen im Frauenfußball im Gegensatz zu dem der Männern zeigt. Zudem gibt er einen Einblick, wie die VBG ihre Präventionsprogramme erstellt – und wie die Erkenntnisse aus dem Spitzensport auch in die tägliche Praxis übertragbar sind.

Dr. Micha Pietzonka ist promovierter Sportwissenschaftler und Sportökonom mit langjähriger Erfahrung im Leistungs- und Profisport. Seit 2019 ist er Sportreferent bei der VBG und beschäftigt sich insbesondere mit der Analyse von Verletzungsgeschehen sowie der Entwicklung und Evaluation sportartspezifischer Präventionsmaßnahmen.

Zudem verfügt er als DFB-A-Lizenz-Trainer und Ausbilder über langjährige Erfahrung im Fußball und in der Trainerbildung.

Sein besonderes Interesse gilt der Sportverletzungsprävention und der Übertragung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die sportpraktische Anwendung.

14:55 – 15:30 Uhr
Den Fokus neu justieren: Rehabilitation nach VKB-Verletzung

Alli Gokeler

Referent Alli GokelerExzellenz in Spielsportarten definiert sich nicht nur über Kraftwerte, Sprunghöhe und Sprintgeschwindigkeit. Entscheidend sind ebenso kognitive und neuromuskuläre Fähigkeiten, etwa schnelle Informationsverarbeitung, Antizipationsfähigkeit, Kopplungsfähigkeit und kurze

Reaktionszeiten. In der Rehabilitation nach Kreuzbandverletzungen dominieren jedoch bis heute primär gut quantifizierbare Parameter wie die Kraft – mit der Konsequenz, dass zentrale motorisch-kognitive Fähigkeiten häufig erst spät oder gar nicht in den Rehaprozess integriert werden. Alli Gokeler justiert den Blick auf die VKB-Reha neu und zeigt praxisnah, wie sich neurokognitives Training bereits in frühen Rehaphasen gezielt integrieren lässt – für eine Return-to-Sport-Strategie, die der Komplexität des Spielsports bestmöglich gerecht wird.

Dr. Alli Gokeler ist Wissenschaftler und Sportphysiotherapeut. Nach der Ausbildung in den Niederlanden arbeitete er in den Vereinigten Staaten und in Deutschland. In den Niederlanden promovierte er am Universitätsklinikums Groningen über motorisches Lernen nach VKB‑Verletzungen. Er war Leiter des klinischen Wissenstransfers am Luxemburgischen Forschungsinstitut für Orthopädie, Sportmedizin und Wissenschaft.Derzeit ist er Postdoktorand an der Universität Paderborn und schließt dort in Kürze seine Habilitation ab.

Zudem ist er Dozent und Thesis‑Koordinator im interdisziplinären Masterstudiengang „Performance Health & Sports“ an der Amsterdam University of Applied Sciences.

15:35 – 16:10 Uhr
Die Kraft der Hormone: Was Zyklus und Hormonstatus für Training und Therapie bedeuten

Katja Bartsch

Referentin Katja BartschÖstrogen, Progesteron und andere Hormone prägen den weiblichen Organismus und beeinflussen zahlreiche körperliche Prozesse. Doch welche Bedeutung haben Zyklus und Hormonstatus tatsächlich für Leistungsfähigkeit,

Training und Verletzungen? Katja Bartsch beleuchtet die physiologischen Grundlagen, ordnet die aktuelle Studienlage ein, zeigt, wo sich belastbare Erkenntnisse ableiten lassen – und welche Fragen noch offen sind.

Dr. Katja Bartsch ist Sportwissenschaftlerin und forscht an der TU München zum Thema Bindegewebe und Foam Rolling. Sie ist Autorin zahlreicher Fachartikel und Buchkapitel; ihr Buch “Optimizing Women’s Health and Training: Embracing Female Physiology for Performance and Wellbeing” ” erschien im November 2025.

16:10 – 18:00 Uhr     Besuch der therapro

Programm physiokongress 2027

physiopraxis-Tag

Sonntag, 31.01.2027     Raum: tba

09:00 – 09:15 Begrüßung

09:15 – 09:45 Uhr
Praxisgründung: Was wir gerne vorher gewusst hätten

Marius und Michael vom „PhysioLogisch“-Podcast

Physiologisch PodcasterEine eigene Physiotherapiepraxis zu gründen, bringt viele Entscheidungen mit sich: von Standort und Konkurrenz bis zu den Anforderungen an die Räumlichkeiten. Doch nicht alles, was bei der Planung wichtig erscheint, ist es am Ende auch – und manches gerät erst einmal völlig aus dem Blick.

Marius und Michael vom „PhysioLogisch“-Podcast berichten aus ihren eigenen Erfahrungen rund fünf Monate nach der Eröffnung und zeigen, was anders gelaufen ist als gedacht, welche Entscheidungen sich bewährt haben und welche Erkenntnisse auch für andere Gründer hilfreich sein können.

09:50 – 10:20 Uhr
Gewinnung von Mitarbeitenden: Wie Praxen überzeugen

Verena Piper

Referentin Verena PiperDer Fachkräftemangel in der Physio- und Ergotherapie ist längst Praxisalltag – gute Bewerber*innen haben die Wahl. Was also macht eine Praxis wirklich attraktiv, und worauf kommt es im Bewerbungsprozess konkret an?

Verena Piper leitet den Personalbereich einer Praxisgruppe mit mehreren Standorten und weiß aus erster Hand, welche Stellschrauben den Unterschied machen: Ein klares Praxiskonzept, das nach außen greifbar wird, ein Bewerbungsprozess, der schnell und wertschätzend statt bürokratisch abläuft, und eine Willkommenskultur, die schon vor dem ersten Arbeitstag beginnt. Anhand von Best-Practice-Beispielen aus ihrer täglichen Arbeit zeigt sie, wie Praxen ihre Chancen im Recruiting deutlich erhöhen können – inklusive Quick Wins, die sich sofort umsetzen lassen.

Verena Piper ist Personalleiterin der Vitova Gruppe und Coach bei POSITION health business consulting. Als ausgebildete Physiotherapeutin mit Master in Gesundheitsmanagement verbindet sie Praxiswissen mit HR-Expertise – und bringt beides dort ein, wo Praxen ihre Teams gewinnen, entwickeln und halten wollen.

10:25 – 10:55 Uhr
Zufriedene Mitarbeitende: Warum Obstkorb, Pizza und Tankgutschein nicht reichen

Laura Bächle

Referentin Laura BächleSachleistungen für Mitarbeitende scheinen auf den ersten Blick eine gute Idee – für hohe Motivation und langfristige Bindung sorgen sie jedoch meist nicht. Denn gerade jungen Mitarbeitenden geht es um mehr als einzelne Benefits:

Sie wollen wissen, wofür eine Praxis steht, wo sie hinwill und welchen Beitrag sie selbst dazu leisten können. Laura Bächle zeigt, warum eine klare Ausrichtung der Praxis und gute Mitarbeitendenführung entscheidend sind – und wie Praxen damit Motivation, Identifikation und langfristige Bindung fördern können.

Laura Bächle ist Betriebsleiterin und im Business Development der Rehazentrum Lahr GmbH tätig. Ihre Schwerpunkte liegen in der operativen und strategischen Unternehmenssteuerung, im Aufbau neuer Geschäftsfelder sowie in Leadership, Change-Management und Prozessoptimierung. Zusätzlich arbeitet sie als Managerin für betriebliches Gesundheitsmanagement bei der Pure Health AG und entwickelt ganzheitliche Gesundheits-, Resilienz- und Präventionsprogramme für Unternehmen. Sie ist Physiotherapeutin, Sportwissenschaftlerin, Resilienz Coach sowie Fachkraft und Managerin für BGM für den Unternehmensverbund der Pure Health AG. Aktuell absolviert sie einen MBA an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheit.

Alternativ können auch die Vorträge des ergopraxis-Tags besucht werden.

10:55 – 12:30 Pause / Besuch der therapro

12:30 – 12:50 Uhr
Impulsvortrag: Coaching in Gesundheitsberufen: mehr Leichtigkeit in der therapeutischen Beziehung

Sara Hiebl und Florian Wiedemann

Referentin Sara Hiebl

Referent Florian WiedemannDu als Therapeut*in bist das wichtigste Werkzeug in der Therapie! Daher liegt unser Fokus darauf:

  • wie gesunde Selbstfürsorge gelingt und eine tragende Therapeut-Klient-Beziehung entsteht.
  • wie man Menschen darin unterstützt, nachhaltige Veränderungen in ihrem Leben anzugehen.
  • wie Menschen beim Finden eigener Lösungen begleitet werden können
  • und wie man die Verantwortung für den Genesungsprozess beim Klienten lassen kann.

Über praktische Erfahrungen sowie einen kurzen Theorieeinblick steigen wir in das Thema Coaching im Kontext Therapie ein und schauen, wie dadurch mehr Leichtigkeit in der therapeutischen Beziehung entstehen kann.

Sara Hiebl Ergotherapeutin seit 2008 mit eigener Praxis für Pädiatrie und Neurologie seit 2010 in Gilching bei München. Sie ist Mitautorin des Gruppenkonzeptes „Ich bin stark!“ sowie des Buches „Du + Ich-Konzept“ und Verfasserin einer Vielzahl von Fachartikeln. Zusammen mit Florian Wiedemann hat sie die 1-jährige Kompaktweiterbildung „Coaching in Gesundheitsberufen“ begründet, mit dem Ziel, die Therapeuten „in ihrem Fundament“ zu stärken und sie zu befähigen, Menschen in ihrer Eigenständigkeit zu fördern und beim Finden eigener Lösungen zu unterstützen. Zudem ist sie als Referentin u. a. zum Thema „Du + Ich-Konzept“, „Ich bin stark!“, Coaching in Gesundheitsberufen, Professionelle Praxisführung, Autismus und Elterncoaching tätig.

Florian Wiedemann Dr. rer. medic., ist Sport- und Medizinwissenschaftler, systemischer Coach (SG) und Lehrer für achtsamkeitsbasierte Stressbewältigung (MBSR). Er unterstützt Einzelpersonen und Gruppen dabei, Herausforderungen mit mehr Ruhe und Gelassenheit zu meistern. Dabei arbeitet er mit achtsamkeitsbasierten, systemischen und dialogischen Ansätzen im Gesundheitswesen, in Organisationen und Gemeinschaften. In Zusammenarbeit mit Sara Hiebl bietet er den Ausbildungskurs „Coaching in Gesundheitsberufen” an und hat 2016 ein ganzheitliches Rehabilitationsprogramm für Frauen mit Brustkrebs ins Leben gerufen (www.mammalife.de). Zusammen mit seiner Frau betreibt er ein kleines Seminarhaus in Bad Tölz (www.alte-seifensiederei.de).

12:55 – 13:15 Uhr
Impulsvortrag: Sexpositive Therapie

Katja Stolte und Ann-Kathrin Foß

Referentinnen Stolte und FoßOhne Sex wären wir alle nicht hier – und doch fällt es schwer, darüber zu sprechen. Wie und warum das in der Therapie zur Sprache kommen könnte, erfahren Sie in diesem Impulsvortrag. Ergotherapeutin Katja Stolte und Physiotherapeutin Ann-Kathrin Foß zeigen

aus ihrer jeweiligen Perspektive, wie eine eingeschränkte Sexualität von Klient*innen die Gesundheit beeinträchtigen – oder mit guter therapeutischer Begleitung auch fördern kann.

Katja Stolte Ergotherapeutin BSc, Inhaberin einer Praxis für psychische und sexuelle Gesundheit, freie Dozentin für Sexualpädagogik in den Therapieberufen, Podcast-Host von „Coitoergosum – Dein Podcast für einen souveränen Umgang mit Sexualität“, Leitung im Übersetzer*innen-Team für OPISI-DE – ein Assessment zur ergotherapeutischen Erfassung von Sexualität und Intimität, Körperpsychotherapeutin in Ausbildung.

2018 erhielt sie für ihre Bachelorarbeit „Let’s talk about Sex“ den Hochschulpreis für Diversity der ASH Berlin. 2022 wurde sie mit dem Innovationspreis Ergotherapie des DVE ausgezeichnet. Seit 2024 leitet sie gemeinsam mit Ann-Kathrin Foß das Zertifikatsprogramm „Fachtherapeut:in für sexuelle Gesundheit“ sowie Workshops und Supervisionen zu sexueller Gesundheit.

Ann-Kathrin Foß Physiotherapeutin, Leiterin einer spezialisierten Physiotherapiepraxis seit 13 Jahren, Expertin für Beckenboden Physiotherapie, Podcast-Host von „Beckenboden To Go“, Systemische Sexualtherapeutin, Heilpraktikerin für Psychotherapie, Körpertherapeutin.

13:05 – 13:40 Uhr
Impulsvortrag: Gesunde Kommunikation – wenn Gespräche schwierig werden

Lisa Holtmeier

Referentin Lisa HoltmeierKommunikation ist eines unserer wichtigsten therapeutischen Werkzeuge und manchmal gleichzeitig eine echte Kraftprobe. Was passiert, wenn Erwartungen aufeinanderprallen, Beschwerden entstehen, Menschen unzufrieden sind oder eine Therapie ins Stocken gerät?

Gerade in diesen Momenten zeigt sich, wie sehr Worte entlasten, klären und Beziehung gestalten können. Der Impuls lädt dazu ein, Kommunikation neu zu betrachten, schwierige Situationen professionell zu begleiten und sich selbst dabei nicht aus dem Blick zu verlieren.

Lisa Holtmeier Kommunikationscoachin mit Schwerpunkt auf gesunder Kommunikation, Ergotherapeutin und Gründerin von WORDSEED. Sie hat Therapie- und Gesundheitswissenschaften studiert und bringt fundiertes Wissen aus der therapeutischen Praxis mit. Sie arbeitete selbst mehrere Jahre als Ergotherapeutin – vom Hausbesuch über Frühförderung, Praxisarbeit und Elternberatung bis hin zur Arbeit auf der Intensivstation im klinischen Kontext. In Coachings, Vorträgen und Fortbildungen begleitet sie therapeutische Teams, Praxen und Führungskräfte in der gesamten DACH-Region dabei, gesunde Kommunikation als Kraftquelle im Berufsalltag zu nutzen – für mehr Klarheit, Verbindung und Leichtigkeit im Miteinander. Ihre Ansätze sind wissenschaftlich fundiert, alltagsnah und sofort umsetzbar – immer mit dem Ziel, dass Worte nicht nur informieren, sondern auch stärken und heilen können.

13:40 – 14:40 Pause / Besuch der therapro

14:40 – 16:10 Uhr     Interaktive Session

Am Nachmittag haben Sie die Möglichkeit, Ihr Kongressprogramm selbst zu gestalten: Wählen Sie zwei von drei interaktiven Sessions aus, die Sie besonders interessieren. Da jede Session zweimal angeboten wird, können Sie insgesamt an zwei unterschiedlichen Themen teilnehmen.

Ablauf:

  • Runde 1: 14:40 bis 15:30 Uhr
  • Runde 2: 15:30 bis 16:10 Uhr

Zur Auswahl stehen:

14:40 – 15:30 Uhr und 15:30 – 16:10 Uhr / Raum: tba
Coaching in Gesundheitsberufen: mehr Leichtigkeit in der therapeutischen Beziehung

Sara Hiebl und Florian Wiedemann

Referentin Sara Hiebl

Referent Florian WiedemannTherapeuten berichten immer wieder, dass ihrem hohen Einsatz häufig eher passive, wenig eigenverantwortliche Klienten gegenüberstehen. Dies schafft Unzufriedenheit in einer eigentlich erfüllenden Arbeit.

Aufbauend auf den Impulsvortrag „Coaching in Gesundheitsberufen“ werden wir in dieser interaktiven Session gemeinsam erforschen, inwiefern Achtsamkeit, Lösungsfokus und Haltungen wie Nicht-Wissen therapeutische Prozesse auf einfache Weise unterstützen können.
Häufig gehen Therapeuten der Konditionierung „helfen“ zu wollen, immer wieder auf den Leim und übernehmen folglich zu viel Verantwortung für ihre Patienten. Wenn es aber gelingt, dass die Klienten selbst nach eigenen Lösungen für ihre Herausforderungen suchen, entsteht wieder mehr Leichtigkeit – für beide Seiten.
Dafür ist es vor allem notwendig, innere Haltungen zu entwickeln, um die Patienten lösungsorientiert in ihrem Prozess zu begleiten.
Der Workshop schafft praktische Einblicke in Achtsamkeit und lösungsorientiertes Arbeiten und verdeutlicht den Unterschied anhand von Fallbeispielen und Selbsterfahrung.

14:40 – 15:30 Uhr und 15:30 – 16:10 Uhr / Raum: tba
Sexpositive Therapie

Katja Stolte und Ann-Kathrin Foß

Referentinnen Stolte und FoßSexualität ist Teil von Alltag, Gesundheit und Betätigung – trotzdem klammern viele Therapeut*innen das Thema aus. Ergotherapeutin Katja Stolte und Physiotherapeutin Ann-Kathrin Foß räumen mit diesem Schweigen auf: locker, praxisnah und mit dem nötigen Fingerspitzengefühl.

Mit echten Fallbeispielen aus dem Praxisalltag zeigen sie, wie man das Thema ansprechen kann, ohne rot zu werden – und ohne die eigenen Grenzen zu verlieren. Es gibt Impulse zur Gesprächsführung, Handwerkszeug für den Praxisalltag und die Erlaubnis, Sexualität als das zu sehen, was sie ist: eine Ressource, keine Ausnahme. Die Session eignet sich für alle, die ihre Haltung erweitern und Klient*innen ganzheitlich begleiten wollen – Berührungsängste, Fragen und Unsicherheiten sind ausdrücklich erwünscht.

14:40 – 15:30 Uhr und 15:30 – 16:10 Uhr / Raum: tba
Satz-Labor: schwierige Gespräche, klare Worte, gesunde Grenzen

Lisa Holtmeier

Referentin Lisa Holtmeier„Die Therapie bringt doch gar nichts.“, „Warum soll ich dafür bezahlen? Ich kann doch nichts dafür, dass ich krank war“, „Sie müssen mir doch sagen, was ich machen soll!“

Im Satz-Labor werden typische herausfordernde Situationen aus dem Therapiealltag zum gemeinsamen Experimentierfeld. Wir probieren Fragen, Formulierungen und Perspektivwechsel aus, die Gespräche wieder in Bewegung bringen und gleichzeitig dabei helfen, klar, professionell und gesund bei sich zu bleiben. Interaktiv, praxisnah und direkt übertragbar.

16:10 – 16:15 Verabschiedung

Sammeln Sie Fortbildungspunkte auf dem physiokongress!

Für Ihre Teilnahme am physiokongress 2027 erhalten Sie pro Tag 6 Fortbildungspunkte.

Teilnahmegebühren

Fachmesse therapro inklusive! Alle Karten berechtigen zum Besuch der Fachmesse therapro vom 29. bis 31. Januar 2027

 

 

1-Tageskarte
  • 145,- € Normalpreis
  • 95,- € Vorzugspreis*
  • 50,- € Vorzugspreis für Schüler*innen/Studierende in der Grundausbildung
2-Tageskarte
  • 200,- € Normalpreis
  • 130,- € Vorzugspreis*
  • 70,- € Vorzugspreis für Schüler*innen/Studierende in der Grundausbildung
3-Tageskarte
  • 240,- € Normalpreis
  • 170,- € Vorzugspreis*
  • 90,- € Vorzugspreis für Schüler*innen/Studierende in der Grundausbildung

* Vorzugspreis für Abonnent*innen von Thieme-Zeitschriften, Mitglieder des VPT, von Physio Deutschland, des IFK, Besucher*innen vergangener physiokongresse, Lizenznehmer*innen physioLink/ergoLink

Preisanfrage für Gruppen ab 20 Personen an: info@physiokongress-ergotage.de

Veranstaltungsinformationen

Veranstaltungsort und Anreise

ICS – Internationales Congresscenter Stuttgart
Messepiazza 1, 70629 Stuttgart

  • Informationen zur Anreise und zu Übernachtungsmöglichkeiten finden Sie auf der therapro Website.
  • ÖPNV: Ihr Kongressticket berechtigt Sie für Fahrten im Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) am Tag Ihres Kongressbesuchs. Vom Stuttgarter Hauptbahnhof fahren Sie mit der S2 und S3 oder mit der U6 zu „Flughafen/Messe“.
  • Zugang zum ICS über den Eingang Ost, wo Sie Ihr E-Ticket gegen ein Kongress-Badge tauschen.
  • Gegen Vorlage des Kongress-Tickets nutzen Sie die Garderobe (am Eingang Ost hinter den Drehkreuzen) kostenfrei.

Geländeplan (pdf-Datei 126 KB)

Teilnehmerbetreuung

EMENDO Event + Congress GmbH & Co. KG
Riedstraße 25
73760 Ostfildern
Fon: +49 (0)711 4605376-1
info@physiokongress-ergotage.de

Programmplanung

Joachim Schwarz, Georg Thieme Verlag KG, Stuttgart
physiotage@thieme.de

Fortbildungspunkte

Ambulante Heilmittelerbringer müssen sich nach §124 Abs. 3 SGB V regelmäßig fortbilden. Pro Jahr sollen 15 Fortbildungspunkte erworben werden (60 Punkte in 4 Jahren). Für die Teilnahme am physiokongress 2027 erhalten Sie pro Tag 6 Fortbildungspunkte.

E-Ticket

Bitte beachten Sie, dass Sie das Ihnen nach der Buchung zugesandte E-Ticket am Counter Eingang Ost gegen ein Tagesticket tauschen müssen. Der Zugang zu Messegelände und Kongress ist nur mit Tagesticket möglich.

Veranstalter

Georg Thieme Verlag KG
Oswald-Hesse-Straße 50
70469 Stuttgart
www.thieme.com

Ihr Weg zu uns nach Stuttgart:

Noch Fragen zum physiokongress? Wir sind für Sie da.
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EMENDO Event & Congress GmbH & Co. KG
Teilnehmermanagement ergotage / physiokongress

Sie erreichen uns Montag bis Freitag von 09:00 bis 12:00 Uhr und von 13:00 bis 17:00 Uhr. Außerhalb dieser Zeiten senden Sie uns Ihre Anfrage bitte per E-Mail.

Tel.:+49 (0) 711/4605376-1
info@physiokongress-ergotage.de

Besuchen Sie den physiokongress auf der therapro 2027
Ab 2027 mit zusätzlichem physiopraxis-Tag!

Verbinden Sie praxisrelevante Fortbildung und Vorträge von Top-Referent*innen mit einem Update zu den neuesten Trends und Produkten zahlreicher Aussteller auf der therapro.

Save the Date: 29. – 31.01.2027

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