
ergotage Stuttgart – 29. bis 31. Januar 2027
Fortbildung pur – rund um Handtherapie, Neurorehabilitation und die Vielfalt der Ergotherapie
Programm ergotage 2027
Handreha-Tag I Neuroreha-Tag I ergopraxis-Tag
Handreha-Tag
Freitag, 29.1.2027 Raum C1.2.1
09:15 – 09:30 Uhr Begrüßung
09:30 – 10:05 Uhr
Wenn Beschwerden bleiben – Chronifizierung nach Handverletzungen neurozentriert verstehen
Anikó Mink-Heinecke
Trotz leitliniengerechter Versorgung entwickeln manche Patient*innen nach Handverletzungen oder -operationen chronische Beschwerden. Anikó Mink-Heinecke beleuchtet, warum rein biomechanisch ausgerichtete Therapieansätze oft zu kurz greifen. Sie stellt das Nervensystem als zentralen Faktor im Heilungsprozess
in den Mittelpunkt und beleuchtet Einflüsse wie Sensorik, Schutzspannung und neuroinflammatorische Prozesse. Anhand aktueller Erkenntnisse zeigt sie, wie sich neurozentrierte Prinzipien auf die Handtherapie übertragen lassen. Freuen Sie sich auf Assessments zur Identifikation neurofunktioneller Dysbalancen sowie konkrete, alltagstaugliche Interventionsstrategien für die handtherapeutische Behandlung – insbesondere bei chronischen Verläufen nach Sehnen- und Kapselverletzungen, Operationen und CRPS-ähnlichen Entwicklungen. Ziel ist es, Handtherapie nicht ausschließlich als strukturelle Disziplin zu verstehen, sondern als systemischen und neurofunktionellen Prozess, und damit einer Chronifizierung gezielt vorzubeugen.
Anikó Mink-Heinecke Dipl. Ergotherapeutin (FH) und zertifizierte Handtherapeutin der AFH, seit 2009 mit eigener Praxis in Germering und Schwerpunkt auf Handtherapie, neurofunktionelle Rehabilitation bei komplexen chronischen Schmerz- und Funktionsstörungen der oberen Extremität.
10:10 – 10:45 Uhr
Therapieentscheidungen bei komplexen Handverletzungen
Natascha Weihs
Komplexe Handverletzungen stellen Therapeut*innen regelmäßig vor die Herausforderung, den Schutz versorgter Strukturen mit dem Ziel einer möglichst frühen Wiederherstellung von Beweglichkeit, Kraft und Handfunktion auszubalancieren. Nach Frakturen, Sehnen-, Nerven- oder Weichteilverletzungen
sowie bei kombinierten Verletzungsmustern passen sie ihre Therapieentscheidungen individuell an Heilungsverlauf, postoperative Vorgaben und funktionelle Anforderungen an.
Anhand typischer Fallkonstellationen vermittelt Natascha Weihs einen praxisorientierten Blick auf zentrale Entscheidungsfragen der Handtherapie. Im Mittelpunkt stehen konkrete Befundkriterien, die Auswahl und Dosierung therapeutischer Maßnahmen sowie die verständliche Anleitung der Patient*innen für den Alltag. Dabei zeigt sie die Bedeutung einer engen interprofessionellen Abstimmung zwischen Handchirurgie, Physiotherapie, Ergotherapie und weiteren Berufsgruppen auf. Ziel ist es, Sicherheit in der klinischen Entscheidungsfindung zu fördern und den Transfer von Befund zu alltagsrelevanter Handfunktion zu erleichtern.
Natascha Weihs ist Physiotherapeutin, zertifizierte Handtherapeutin (DAHTH) und Leiterin der Handtherapie am Campus Bad Neustadt. Seit über 25 Jahren begleitet sie die Rehabilitation handchirurgischer Patient*innen. Von 2012 bis 2022 war sie Vorsitzende der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Handtherapie (DAHTH). Als langjährige Dozentin engagiert sie sich in der Weiterbildung von Handtherapeutinnen, hält regelmäßig Vorträge auf nationalen und internationalen Fachkongressen und verfasst Fachpublikationen. Zudem ist sie Autorin des Buches „Starke und gesunde Hände“. Seit 2024 verantwortet sie als Geschäftsführerin die HandsOn Fortbildungs-GmbH.
10:50 – 11:25 Uhr
Apparative Therapie in der Handrehabilitation: Was passt für wen?
Andrea Auerswald
Abstract folgt
11:25 – 13:20 Uhr Pause / Besuch der therapro
13:20 – 13:55 Uhr
Thema folgt
tba
14:00 – 14:35 Uhr
Thema folgt
tba
14:35 – 14:50 Uhr Pause / Besuch der therapro
14:50 – 15:25 Uhr
Thema folgt
tba
15:30 – 16:05 Uhr
Thema folgt
tba
16:05 – 16:15 Uhr Abschluss
Programm ergotage 2027
Handreha-Tag I Neuroreha-Tag I ergopraxis-Tag
Neuroreha-Tag
Samstag, 30.1.2027 Raum C1.2.1
09:00 – 09:15 Uhr Begrüßung
09:15 – 09:50 Uhr
Aktuelle Chancen und Herausforderungen für die Neuroreha
Marcus Pohl
Die Neurorehabilitation befindet sich in einem dynamischen Wandel: digitale Technologien, Robotik, Virtual Reality und neue Erkenntnisse zur Neuroplastizität eröffnen innovative Möglichkeiten für Diagnostik und Therapie. Gleichzeitig erschweren Fachkräftemangel, ökonomische Druck
und eine zunehmend komplexe Patientenversorgung das Umsetzen moderner, evidenzbasierter Therapieverfahren. Professor Marcus Pohl beleuchtet aktuelle Entwicklungen, ordnet deren Potenzial kritisch ein und diskutiert praxisrelevante Strategien für eine zukunftsfähige, patientenzentrierte neurorehabilitative Versorgung.
Prof. Dr. med. habil. Marcus Pohl ist Ärztlicher Direktor und Chefarzt an der VITREA Klinik Schloss Pulsnitz, einer Fachklinik für Neurologisch-Neurochirurgische Rehabilitation. Seit Ende 2025 ist er Präsident der neu gegründeten Deutschen Gesellschaft für interdisziplinäre Neurorehabilitation (DGiNR) – einem Zusammenschluss der Deutschen Gesellschaft für Neurorehabilitation (DGNR) und der Deutschen Gesellschaft für Neurotraumatologie und klinische Neurorehabilitation (DGNKN). Er sieht die therapeutischen Berufsgruppen als zentralen Treiber der Neurorehabilitation und möchte sie stärker als bisher in die strategische Entwicklung einbinden.
09:55 – 10:30 Uhr
Mehr als Nahrungsaufnahme: Ernährung in der Neurorehabilitation
Henriette Saevil
Trotz ihrer Bedeutung für den Rehabilitationserfolg wird Ernährung in der Neuroreha häufig unterschätzt. In der Schweizer Neurorehabilitationsklinik der Referentin wird diesem Aspekt besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Die Ernährungsberatung ist hier fest in das interdisziplinäre Behandlungskonzept integriert.
Das Logopädie- und das Ernährungsteam koordinieren ihre Interventionen, um die Ernährung der Patient*innen individuell anzupassen und beispielsweise bei Schluckstörungen eine optimale Versorgung sicherzustellen. Gleichzeitig stimmen Physiotherapie und Ernährungsberatung Aktivitäts- und Ernährungsziele aufeinander ab. Dieser multiprofessionelle Ansatz macht Ernährung zu einem wichtigen Baustein einer effektiven und ganzheitlichen Neurorehabilitation.
Henriette Saevil ist Leiterin Ernährungswissenschaft und Co-Leiterin Kulinarik bei der cereneo Schweiz AG und der cereneo Prevention AG. Nach ihrem Studium der Ernährungswissenschaften in London (BSc) und Kopenhagen (MSc) spezialisierte sie sich auf Neuroernährung mit den Schwerpunkten Schlaganfall, Parkinson, Multiple Sklerose und traumatische Hirnverletzungen. Zudem ist sie zertifizierte Sporternährungsberaterin des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und promoviert derzeit an der Universität Triest im Bereich „Personalised Medicine and Innovative Therapies“.
10:35 – 11:10 Uhr
AssessMobility@SRH: Für mehr Mobilität und Lebensqualität
Maria Stadel und Marilena Marino

Wie können Therapieerfolge im Bereich Balance und Mobilität sichtbar gemacht werden? Eine Möglichkeit bietet der De Morton Mobility Index (DEMMI), mit dem sich Veränderungen im Rehabilitationsverlauf standardisiert erfassen lassen.
Am Beispiel des Projekts AssessMobility@SRH zeigen die Referentinnen wie der DEMMI als Prä-Post-Test in elf neurologischen Einrichtungen eingeführt wurde. Neben ihren praktischen Erfahrungen beleuchten sie Herausforderungen und Stolpersteine des Implementierungsprozesses und diskutieren Strategien, mit denen sich standardisierte Assessments auch außerhalb von Forschungsprojekten langfristig in der Routineversorgung etablieren lassen.
Maria Stadel (BSc PT, MSc Rehabilitation Sciences and Physiotherapy, Major Neurological Disorders) ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Referentin des SRH Therapie-Netzwerks an der SRH University, Campus Heidelberg. Im Rahmen des Projekts AssessMobility@SRH promoviert sie in Kooperation mit der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg. Ihr Fokus liegt auf der Weiterentwicklung der Versorgung von Personen mit neurologischen Erkrankungen.
Marilena Marino (BSc PT, MSc Therapiewissenschaften) arbeitet als Physiotherapeutin und fachliche Leiterin der Physiotherapie-Ambulanz an der SRH University, Campus Heidelberg, wo sie auch in der Hochschullehre mit dem Schwerpunkt Neurologie aktiv ist. Seit Beginn des Projekts AssessMobility@SRH nimmt sie als Mitglied der Projektgruppe sowie als fachliche Leiterin einer der teilnehmenden Einrichtungen eine zentrale Rolle ein.
11:15 – 12:00 Uhr
Handlungsorientierte Diagnostik und Therapie HoDT
Julia Zeindel und Juliane Ebert

Verschiedene Gegebenheiten auf Mikro-, Meso- und Makroebene stellen täglich das gesamte Behandlungsteam in der Neurorehabilitation vor Herausforderungen. Im Rahmen des Vortrages geben die Referent*innen Einblicke in das interdisziplinäre Konzept der Handlungsorientierten Diagnostik
und Therapie (HoDT). Die HoDT bietet einen fundierten Rahmen mit konkreten Handlungsempfehlungen, um Partizipation zu ermöglichen. Hierbei ist es insbesondere bei Menschen mit neuropsychologischen Störungen zentral, die Handlungslogik und das Wahrnehmen der subjektiven Erlebenswelt als Behandler*in zu begreifen und in die Therapie zu integrieren. Die HoDT zeigt Möglichkeiten für alle Beteiligten auf, eine zielgerichtete und nachhaltige Therapie zu ermöglichen.
Sabrina Heizmann und Robert Striesow sind die Hosts des ersten Podcasts für Ergotherapie aus Deutschland „Performance Skills“.
Der Saxophonist Stefan Tiefenbacher blickt seit 25 Jahren als Patient/Klient auf die Neurorehabilitation. Nach einem Motorradunfall lag er drei Monate im Koma. Schwerste Schädelhirnverletzungen und eine Amputation des linken Arms und des linken Beins, das später reimplantiert und versteift wurde, machten jahrelange, intensive Rehamaßnahmen nötig. Heute spielt Stefan erfolgreich Saxophon, komponiert seine Songs selbst und ist als Botschafter der Hannelore-Kohl-Stiftung aktiv.
Juliane Ebert ist Ergotherapeutin seit 2013, hat einen Master in Neurorehabilitiationsforschung und arbeitet als Teamleiterin und stellvertretende Bereichsleitung bei den Kliniken Valens in der Schweiz. Sie unterrichtet im Bachelorstudiengang Ergotherapie der Ostschweizer Fachhochschule OST und ist seit 2021 HoDT-Instruktorin.
Julia Zeindl ist seit 2008 Ergotherapeutin mit anschließendem Bachelorstudium der Ergotherapie in Heerlen (NL). Seit 2011 leitet sie die Ergotherapie in der m&i Fachklinik in Bad Heilbrunn. Kennengelernt hat sie Juliane Ebert im Rahmen des Masterstudiums
12:00 – 14:15 Uhr Pause / Besuch der therapro
14:15 – 14:50 Uhr
Gehen nach Schlaganfall – neue Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie
Susanne Saal und Anja Röck

Gehen macht uns unabhängig – doch was passiert, wenn von einem Tag auf den anderen diese Unabhängigkeit nicht mehr selbstverständlich ist? Das erlebt circa jeder zweite Mensch nach einem Schlaganfall.
Im Vortrag berichtet Susanne Saal über neue Empfehlungen zur Wiederherstellung der Mobilität nach einem Schlaganfall. Anja Röck stellt anhand konkreter Beispiele vor, wie es gelingt, diese Empfehlungen dauerhaft in den physiotherapeutischen Alltag zu bringen.
Prof. Dr. habil. Susanne Saal ist Professorin für Physiotherapie an der Ernst-Abbe-Hochschule Jena und war an der Erstellung der S3-Leitlinie „Verbesserung der Mobilität nach Schlaganfall“ beteiligt. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Versorgungsforschung in der Physiotherapie und Leitlinienentwicklung.
Anja Röck (BSc Physiotherapie) ist Masterstudentin der Neurorehabilitation und Mitentwicklerin des neuen, leitlinienorientierten Ganglabors der SRH Gesundheitszentren Nordschwarzwald. Im Team „Innovation und Forschung in der Therapie“ beschäftigt sie sich insbesondere mit dem Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis, um die Lücke zwischen Leitlinien und Versorgungsalltag zu schließen.
14:55 – 15:30 Uhr
Patientenperspektive Reha nach Querschnittlähmung
Stefanie Bürk
Abstract folgt
15:35 – 16:10 Uhr
„Haben Sie ihre Übungen gemacht?“ – Heimübungsprogramme alltagsnah und wirksam gestalten
Sara Mohr
In der Therapie funktioniert es, aber im Alltag jedoch oft nicht: Dieses bekannte Problem zeigt sich besonders bei Heimübungsprogrammen: Therapeut*innen erklären die Übungen und Klient*innen verstehen sie, setzen sie im Alltag jedoch häufig nicht konsequent um.
Dabei sind sie ein wesentlicher Faktor, um Therapieziele über die begrenzte Therapiezeit hinaus zu erreichen. Der Vortrag setzt genau an dieser Schnittstelle an und beleuchtet, wie Therapeut*innen Heimübungsprogramme so gestalten können, dass sie tatsächlich in den Alltag integriert werden. Statt zusätzlicher „Übungsaufgaben“ stehen alltagsnahe und individuelle Lösungen im Mittelpunkt, etwa die gezielte Nutzung von Umweltressourcen, die Einbettung in Alltagsroutinen und den Einsatz verhaltensbezogener Strategien.
Der Vortrag lädt dazu ein, Heimübungsprogramme neu zu denken: nicht als ergänzende Maßnahme zur Therapie, sondern als integralen Bestandteil nachhaltiger Veränderungen im Alltag der Klient*innen
Sara Mohr ist Ergotherapeutin (MSc) und seit 16 Jahren in der ambulanten Neurologie tätig. Ihr Herz schlägt für moderne Therapiekonzepte, die im Alltag der Klient*innen ankommen. Auf ergo-unterwegs.de begleitet sie Therapieteams bei Veränderungsprozessen, bietet Fortbildungen zu moderner Ergotherapie an und spricht im Podcast „Evidenz auf die Ohren“ über evidenzbasierte Praxis in der Ergotherapie.
16:10 – 18:00 Uhr Besuch der therapro
Programm ergotage 2027
Handreha-Tag I Neuroreha-Tag I ergopraxis-Tag
ergopraxis-Tag
Sonntag, 31.1.2027 Raum: tba
09:00 – 09:15 Uhr Begrüßung
09:15 – 09:45 Uhr
Schritt für Schritt in ein neues Leben: Einblick in Anna Osickis Alltag mit Beinprothese
Anna Osicki
Wie verändert sich das Leben, wenn ein einziger medizinischer Eingriff alles auf den Kopf stellt? Wenn aus einer Kniespiegelung 34 Operationen, ein septischer Schock, Multiorganversagen und schließlich die Entscheidung für eine Beinamputation werden? Im Gespräch mit der Ergotherapeutin Natalie Gätz gibt Anna Osicki persönliche Einblicke in ihr Leben nach einer Beinamputation.
Sie berichtet von den Herausforderungen und Chancen, die ihr auf dem Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben begegnet sind. Im Mittelpunkt stehen ihr Alltag, der Umgang mit Barrieren und die Frage, was Menschen dabei unterstützt, auch nach tiefgreifenden Veränderungen neue Perspektiven zu entwickeln und wieder aktiv am Leben teilzuhaben.
Anna Osicki ist Content Creatorin, Speakerin und setzt sich für mehr Sichtbarkeit und Akzeptanz von Menschen mit körperlichen Einschränkungen ein. Nach einer Kniearthroskopie im Jahr 2017 kam es zu schweren Komplikationen, darunter eine Sepsis, Multiorganversagen und zahlreiche Folgeoperationen. Nach insgesamt 34 Operationen und Jahren voller Schmerzen entschied sie sich 2021 für die Amputation ihres Beins. Heute gibt sie auf ihren Social-Media-Kanälen offene Einblicke in ihren Alltag und spricht über Themen wie Inklusion, Body Positivity, Resilienz und Selbstbestimmung.
Natalie Gätz MScOT, ist seit 2006 Ergotherapeutin. Aktuell ist sie als Dozentin an den Ludwig-Fresenius-Schulen in Koblenz sowie als stellvertretende Schulleiterin in Trier tätig. 2020 war sie Teil des Herausgeberteams „Ergotherapie in der Geriatrie. Grundlagen – Arbeitsfelder – Perspektiven“. Sie ist aktives Mitglied im Fachausschuss Geriatrie des Deutschen Verbandes Ergotherapie e. V. (DVE) und seit 2023 im Beirat der ergopraxis.
09:50 – 10:20 Uhr
An- und Zugehörige von Menschen mit Demenz stärken und begleiten
Ute Hauser
Menschen mit Demenz zu begleiten, stellt An- und Zugehörige emotional, sozial und organisatorisch oft vor große Herausforderungen. Im Mittelpunkt des Vortrags stehen der Umgang mit Belastungen sowie Strategien zur Nutzung von Ressourcen und zur Stärkung von Selbstbestimmung und Teilhabe.
Zudem stellt Ute Hauser Strategien vor, mit denen Betroffene Belastungen bewältigen, eigene Ressourcen nutzen sowie Selbstbestimmung und Teilhabe im Alltag stärken können. Zudem erläutert sie, welche Rolle Therapeut*innen bei der Vernetzung mit regionalen Beratungs- und Unterstützungsangeboten einnehmen können, um An- und Zugehörige bedarfsgerecht zu unterstützen.
Ute Hauser ist Krankenschwester, Pflege- und Sozialwirtin und seit mehr als 20 Jahren in der Demenz-Selbsthilfe tätig. Als Geschäftsführerin der Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg e.V. | Selbsthilfe Demenz – der zentralen Anlaufstelle zum Thema Demenz in Baden-Württemberg – vertritt sie die Interessen von Menschen mit Demenz sowie ihrer pflegenden An- und Zugehörigen. Diese, aber auch Fachkräfte, Ehrenamtliche und Interessierte erhalten hier umfassende Informationen, persönliche Beratung und fachliche Expertise rund um das Thema Demenz.
10:25 – 10:55 Uhr
Elternarbeit mit Haltung
Denise Calhoun
In der Pädiatrie wird Elternarbeit zunehmend anspruchsvoller. Immer häufiger werden Erziehungs-, Schul- und Entwicklungsaufgaben an pädagogische und therapeutische Fachkräfte abgegeben. Doch welche Folgen hat es für Kinder, wenn wichtige Grundlagen und Vorläuferfähigkeiten in den ersten Lebensjahren im familiären Alltag nicht ausreichend angebahnt und begleitet werden?
Gerade Eltern können durch spielerische Förderung, gemeinsame Aktivitäten, Bewegungsangebote, kreative und feinmotorische Erfahrungen sowie selbstständiges Handeln im Alltag entscheidende Entwicklungsmöglichkeiten schaffen.
Denise Calhoun beleuchtet in ihrem Vortrag die Bedeutung frühkindlicher Erfahrungen für die weitere Entwicklung und zeigt, welche Rolle Ergotherapeut*innen in der Elternberatung einnehmen können. Wie gelingt es, Eltern wertschätzend aufzuklären, Verantwortung klar zu benennen und Familien aktiv in den Therapieprozess einzubinden? Anhand praxisnaher Beispiele erfahren Sie, wie Sie Ihre professionelle Rolle selbstbewusst vertreten, Eltern wirksam begleiten und therapeutische Ressourcen gezielt dort einsetzen, wo sie wirklich gebraucht werden.
Denise Calhoun Ergotherapeutin und seit 16 Jahren in einer interdisziplinären Frühförderstelle tätig. Dort begleitet sie Babys, Kleinkinder sowie Kinder im Kindergarten- und Vorschulalter und berät Familien zu Fragen rund um kindliche Entwicklung und alltagsnahe Förderung.
Die zunehmende Verunsicherung vieler Eltern und die immer wiederkehrende Frage „Wie kann ich mein Kind zu Hause unterstützen?“ waren 2021 der Anstoß für die Gründung von mykidslounge auf Instagram. Dort erreicht sie heute mehr als 160.000 Eltern, Therapeut*innen und Pädagog*innen und vermittelt Fachwissen rund um kindliche Entwicklung auf verständliche und alltagsnahe Weise.
10:55 – 12:30 Uhr Pause / Besuch der therapro
12:30 – 12:50 Uhr
Impulsvortrag: Coaching in Gesundheitsberufen: mehr Leichtigkeit in der therapeutischen Beziehung
Sara Hiebl und Florian Wiedemann
Du als Therapeut*in bist das wichtigste Werkzeug in der Therapie! Daher liegt unser Fokus darauf:
- wie gesunde Selbstfürsorge gelingt und eine tragende Therapeut-Klient-Beziehung entsteht.
- wie man Menschen darin unterstützt, nachhaltige Veränderungen in ihrem Leben anzugehen.
- wie Menschen beim Finden eigener Lösungen begleitet werden können
- und wie man die Verantwortung für den Genesungsprozess beim Klienten lassen kann.
Über praktische Erfahrungen sowie einen kurzen Theorieeinblick steigen wir in das Thema Coaching im Kontext Therapie ein und schauen, wie dadurch mehr Leichtigkeit in der therapeutischen Beziehung entstehen kann.
Sara Hiebl Ergotherapeutin seit 2008 mit eigener Praxis für Pädiatrie und Neurologie seit 2010 in Gilching bei München. Sie ist Mitautorin des Gruppenkonzeptes „Ich bin stark!“ sowie des Buches „Du + Ich-Konzept“ und Verfasserin einer Vielzahl von Fachartikeln. Zusammen mit Florian Wiedemann hat sie die 1-jährige Kompaktweiterbildung „Coaching in Gesundheitsberufen“ begründet, mit dem Ziel, die Therapeuten „in ihrem Fundament“ zu stärken und sie zu befähigen, Menschen in ihrer Eigenständigkeit zu fördern und beim Finden eigener Lösungen zu unterstützen. Zudem ist sie als Referentin u. a. zum Thema „Du + Ich-Konzept“, „Ich bin stark!“, Coaching in Gesundheitsberufen, Professionelle Praxisführung, Autismus und Elterncoaching tätig.
Florian Wiedemann Dr. rer. medic., ist Sport- und Medizinwissenschaftler, systemischer Coach (SG) und Lehrer für achtsamkeitsbasierte Stressbewältigung (MBSR). Er unterstützt Einzelpersonen und Gruppen dabei, Herausforderungen mit mehr Ruhe und Gelassenheit zu meistern. Dabei arbeitet er mit achtsamkeitsbasierten, systemischen und dialogischen Ansätzen im Gesundheitswesen, in Organisationen und Gemeinschaften. In Zusammenarbeit mit Sara Hiebl bietet er den Ausbildungskurs „Coaching in Gesundheitsberufen” an und hat 2016 ein ganzheitliches Rehabilitationsprogramm für Frauen mit Brustkrebs ins Leben gerufen (www.mammalife.de). Zusammen mit seiner Frau betreibt er ein kleines Seminarhaus in Bad Tölz (www.alte-seifensiederei.de).
12:55 – 13:15 Uhr
Impulsvortrag: Sexpositive Therapie
Katja Stolte und Ann-Kathrin Foß
Ohne Sex wären wir alle nicht hier – und doch fällt es schwer, darüber zu sprechen. Wie und warum das in der Therapie zur Sprache kommen könnte, erfahren Sie in diesem Impulsvortrag. Ergotherapeutin Katja Stolte und Physiotherapeutin Ann-Kathrin Foß zeigen
aus ihrer jeweiligen Perspektive, wie eine eingeschränkte Sexualität von Klient*innen die Gesundheit beeinträchtigen – oder mit guter therapeutischer Begleitung auch fördern kann.
Katja Stolte Ergotherapeutin BSc, Inhaberin einer Praxis für psychische und sexuelle Gesundheit, freie Dozentin für Sexualpädagogik in den Therapieberufen, Podcast-Host von „Coitoergosum – Dein Podcast für einen souveränen Umgang mit Sexualität“, Leitung im Übersetzer*innen-Team für OPISI-DE – ein Assessment zur ergotherapeutischen Erfassung von Sexualität und Intimität, Körperpsychotherapeutin in Ausbildung.
2018 erhielt sie für ihre Bachelorarbeit „Let’s talk about Sex“ den Hochschulpreis für Diversity der ASH Berlin. 2022 wurde sie mit dem Innovationspreis Ergotherapie des DVE ausgezeichnet. Seit 2024 leitet sie gemeinsam mit Ann-Kathrin Foß das Zertifikatsprogramm „Fachtherapeut:in für sexuelle Gesundheit“ sowie Workshops und Supervisionen zu sexueller Gesundheit.
Ann-Kathrin Foß Physiotherapeutin, Leiterin einer spezialisierten Physiotherapiepraxis seit 13 Jahren, Expertin für Beckenboden Physiotherapie, Podcast-Host von „Beckenboden To Go“, Systemische Sexualtherapeutin, Heilpraktikerin für Psychotherapie, Körpertherapeutin
13:20 – 13:40 Uhr
Impulsvortrag: Gesunde Kommunikation – wenn Gespräche schwierig werden
Lisa Holtmeier
Kommunikation ist eines unserer wichtigsten therapeutischen Werkzeuge und manchmal gleichzeitig eine echte Kraftprobe. Was passiert, wenn Erwartungen aufeinanderprallen, Beschwerden entstehen, Menschen unzufrieden sind oder eine Therapie ins Stocken gerät?
Gerade in diesen Momenten zeigt sich, wie sehr Worte entlasten, klären und Beziehung gestalten können. Der Impuls lädt dazu ein, Kommunikation neu zu betrachten, schwierige Situationen professionell zu begleiten und sich selbst dabei nicht aus dem Blick zu verlieren.
Lisa Holtmeier Kommunikationscoachin mit Schwerpunkt auf gesunder Kommunikation, Ergotherapeutin und Gründerin von WORDSEED. Sie hat Therapie- und Gesundheitswissenschaften studiert und bringt fundiertes Wissen aus der therapeutischen Praxis mit. Sie arbeitete selbst mehrere Jahre als Ergotherapeutin – vom Hausbesuch über Frühförderung, Praxisarbeit und Elternberatung bis hin zur Arbeit auf der Intensivstation im klinischen Kontext. In Coachings, Vorträgen und Fortbildungen begleitet sie therapeutische Teams, Praxen und Führungskräfte in der gesamten DACH-Region dabei, gesunde Kommunikation als Kraftquelle im Berufsalltag zu nutzen – für mehr Klarheit, Verbindung und Leichtigkeit im Miteinander. Ihre Ansätze sind wissenschaftlich fundiert, alltagsnah und sofort umsetzbar – immer mit dem Ziel, dass Worte nicht nur informieren, sondern auch stärken und heilen können.
13:40 – 14:40 Uhr Pause / Besuch der therapro
14:40 – 16:10 Uhr Interaktive Session
Am Nachmittag haben Sie die Möglichkeit, Ihr Kongressprogramm selbst zu gestalten: Wählen Sie zwei von drei interaktiven Sessions aus, die Sie besonders interessieren. Da jede Session zweimal angeboten wird, können Sie insgesamt an zwei unterschiedlichen Themen teilnehmen.
Ablauf:
- Runde 1: 14:40 bis 15:30 Uhr
- Runde 2: 15:30 bis 16:10 Uhr
Zur Auswahl stehen:
Raum: tba
Coaching in Gesundheitsberufen – mehr Leichtigkeit in der therapeutischen Beziehung
Sara Hiebl und Florian Wiedemann
Therapeuten berichten immer wieder, dass ihrem hohen Einsatz häufig eher passive, wenig eigenverantwortliche Klienten gegenüberstehen. Dies schafft Unzufriedenheit in einer eigentlich erfüllenden Arbeit.
Aufbauend auf den Impulsvortrag „Coaching in Gesundheitsberufen“ werden wir in dieser interaktiven Session gemeinsam erforschen, inwiefern Achtsamkeit, Lösungsfokus und Haltungen wie Nicht-Wissen therapeutische Prozesse auf einfache Weise unterstützen können.
Häufig gehen Therapeuten der Konditionierung „helfen“ zu wollen, immer wieder auf den Leim und übernehmen folglich zu viel Verantwortung für ihre Patienten. Wenn es aber gelingt, dass die Klienten selbst nach eigenen Lösungen für ihre Herausforderungen suchen, entsteht wieder mehr Leichtigkeit – für beide Seiten.
Dafür ist es vor allem notwendig, innere Haltungen zu entwickeln, um die Patienten lösungsorientiert in ihrem Prozess zu begleiten.
Der Workshop schafft praktische Einblicke in Achtsamkeit und lösungsorientiertes Arbeiten und verdeutlicht den Unterschied anhand von Fallbeispielen und Selbsterfahrung.
Raum: tba
Sexpositive Therapie
Katja Stolte und Ann-Kathrin Foß
Sexualität ist Teil von Alltag, Gesundheit und Betätigung – trotzdem klammern viele Therapeut*innen das Thema aus. Ergotherapeutin Katja Stolte und Physiotherapeutin Ann-Kathrin Foß räumen mit diesem Schweigen auf: locker, praxisnah und mit dem nötigen Fingerspitzengefühl.
Mit echten Fallbeispielen aus dem Praxisalltag zeigen sie, wie man das Thema ansprechen kann, ohne rot zu werden – und ohne die eigenen Grenzen zu verlieren. Es gibt Impulse zur Gesprächsführung, Handwerkszeug für den Praxisalltag und die Erlaubnis, Sexualität als das zu sehen, was sie ist: eine Ressource, keine Ausnahme. Die Session eignet sich für alle, die ihre Haltung erweitern und Klient*innen ganzheitlich begleiten wollen – Berührungsängste, Fragen und Unsicherheiten sind ausdrücklich erwünscht.
Raum: tba
Satz-Labor – schwierige Gespräche, klare Worte, gesunde Grenzen
Lisa Holtmeier

„Die Therapie bringt doch gar nichts.“, „Warum soll ich dafür bezahlen? Ich kann doch nichts dafür, dass ich krank war“, „Sie müssen mir doch sagen, was ich machen soll!“
Im Satz-Labor werden typische herausfordernde Situationen aus dem Therapiealltag zum gemeinsamen Experimentierfeld. Wir probieren Fragen, Formulierungen und Perspektivwechsel aus, die Gespräche wieder in Bewegung bringen und gleichzeitig dabei helfen, klar, professionell und gesund bei sich zu bleiben. Interaktiv, praxisnah und direkt übertragbar.
16:10 – 16:15 Uhr Verabschiedung
Sammeln Sie Fortbildungspunkte auf den ergotagen!
Für Ihre Teilnahme an den ergotagen 2027 erhalten Sie pro Tag 6 Fortbildungspunkte.
Teilnahmegebühren
Fachmesse therapro inklusive! Alle Karten berechtigen zum Besuch der Fachmesse therapro vom 29. bis 31. Januar 2027
- 145,- € Normalpreis
- 95,- € Vorzugspreis*
- 50,- € Vorzugspreis für Schüler*innen/Studierende in der Grundausbildung
- 200,- € Normalpreis
- 130,- € Vorzugspreis*
- 70,- € Vorzugspreis für Schüler*innen/Studierende in der Grundausbildung
- 240,- € Normalpreis
- 170,- € Vorzugspreis*
- 90,- € Vorzugspreis für Schüler*innen/Studierende in der Grundausbildung
* Vorzugspreis für Abonnent*innen von ergopraxis, neuroreha und Praxis Handreha, Besucher*innen vergangener ergotage, DVE- und BED-Mitglieder, Lizenznehmer*innen ergoLink/physioLink
Preisanfrage für Gruppen ab 20 Personen an: info@physiokongress-ergotage.de
Veranstaltungsinformationen
Veranstaltungsort und Anreise
ICS – Internationales Congresscenter Stuttgart
Messepiazza 1, 70629 Stuttgart
- Informationen zur Anreise und zu Übernachtungsmöglichkeiten finden Sie auf der therapro Website.
- ÖPNV: Ihr Kongressticket berechtigt Sie für Fahrten im Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) am Tag Ihres Kongressbesuchs. Vom Stuttgarter Hauptbahnhof fahren Sie mit der S2 und S3 oder mit der U6 zu „Flughafen/Messe“.
- Zugang zum ICS über den Eingang Ost, wo Sie Ihr E-Ticket gegen ein Kongress-Badge tauschen.
- Gegen Vorlage des Kongress-Tickets nutzen Sie die Garderobe (am Eingang Ost hinter den Drehkreuzen) kostenfrei.
Teilnehmerbetreuung
EMENDO Event + Congress GmbH & Co. KG
Riedstraße 25
73760 Ostfildern
Fon: +49 (0)711 4605376-1
info@physiokongress-ergotage.de
Programmplanung
Simone Gritsch, Georg Thieme Verlag KG, Stuttgart
ergotage@thieme.de
Fortbildungspunkte
Ambulante Heilmittelerbringer müssen sich nach §124 Abs. 3 SGB V regelmäßig fortbilden. Pro Jahr sollen 15 Fortbildungspunkte erworben werden (60 Punkte in 4 Jahren). Für die Teilnahme an den ergotagen 2027 erhalten Sie pro Tag 6 Fortbildungspunkte.
E-Ticket
Bitte beachten Sie, dass Sie das Ihnen nach der Buchung zugesandte E-Ticket am Counter Eingang Ost gegen ein Tagesticket tauschen müssen. Der Zugang zu Messegelände und Kongress ist nur mit Tagesticket möglich.
Veranstalter
Georg Thieme Verlag KG
Oswald-Hesse-Straße 50
70469 Stuttgart
www.thieme.com
Ihr Weg zu uns nach Stuttgart:

EMENDO Event & Congress GmbH & Co. KG
Teilnehmermanagement ergotage / physiokongress
Sie erreichen uns Montag bis Freitag von 09:00 bis 12:00 Uhr und von 13:00 bis 17:00 Uhr. Außerhalb dieser Zeiten senden Sie uns Ihre Anfrage bitte per E-Mail.
Tel.:+49 (0) 711/4605376-1
info@physiokongress-ergotage.de
